Irgendwas Mit Blog

9335km: Hong Kong – s’isch eweng warm hier

Das erste, das uns auffiel, als wir aus dem leicht verspäteten Flug der (!) Dragonair (Logo ist, konsequenterweise, ein Drache) ausstiegen, war: S’isch e weng warm hier. („Eweng? E bissle arg warm isch’s!“) Es hat zwar nur circa 30 Grad, aber durch die hohe Luftfeuchte schwitzt man sogar im Sitzen. Und es kühlt nachts, wenn überhaupt, nur auf 29 Grad ab.

Dieser Nachteil der Lage Hong Kongs wandelt sich aber schnell in einen Vorteil, denn, da es am Meer liegt: Es gibt Strände! Mit Sand! Und was gib es schöneres, als bei 30 Grad ins Meer zu springen?

Diese Wohltat haben wir uns aber bis zum dritten Tag aufgehoben.

Nachdem wir also aus dem genannten Flug ausgestiegen sind und ein paar kleinere Hürden unter anderem mit Hilfe des freien Internets auf dem Weg zu unserem Couchsurfing-Host Alan überwunden hatten, genossen wir erst mal die klimatisierte Wohnung und die Gastfreundlichkeit von Alan, der uns mit Informationen über Hong Kong regelrecht überschüttete.

Am ersten Tag erkundeten wir mithilfe eines Doppeldecker-Busses („Hong Kong ist eine Mischung von London und New York, nur in chinesisch“) einmal die Stadt erkundet hatten, versuchten wir, den Hafen zu finden:

Als wir ihn gefunden hatten (direkt hinter mir, so ein Zufall!) gab es dann Frühstück mit Blick auf die imposante Skyline:

In Hong Kong ist jedes bebaute Fleckchen bestmöglich ausgenutzt. Es gibt zwar auch relativ viel Grün, aber wenn irgendwo ein Haus steht, ist es auch meistens gleich ein Hochhaus mit mehr als 30 Stockwerken.

Nach einer Pflichtveranstaltung für Touristen, der Fahrt mit der „Star Ferry“, waren wir dann in Hong Kong Island angekommen. Die Stadt Hong Kong besteht aus vielen Inseln, darunter Kowloon, Hong Kong Island (die Hauptinsel) und Lantau (dort liegt der Flughafen und die Wohnung unseres Hosts). Aufgrund der erwähnten Hitze beschlossen wir, die Stadt nicht wie eigentlich geplant per pedes zu erkunden, sondern uns von den interessanten Straßenbahnen durch die Straßen fahren zu lassen. Wie so vieles in Hong Kong sind auch die Straßenbahnen eher hoch als breit oder lang und sind daher zweistöckig. Zwischen den ganzen modernen Hochhäusern und Leuchtreklamen bilden die Straßenbahnen einen schönen Kontrast.

Mit so vielen Eindrücken und erschöpft von der Hitze fuhren wir dann mit der Metro wieder zurück. Nach den spottbilligen U-Bahnen von Moskau und Beijing mit Fahrpreisen von jeweils unter 20 Eurocent für eine beliebig lange Fahrt erreichen die Fahrpreise in Hong Kong schon fast europäisches Niveau: Die gut halbstündige Fahrt von Alans Unterkunft bis in die Innenstadt mit Bus und Metro kostet umgerechnet knapp über 2€. Das Verkehrsnetz ist aber ausgezeichnet, die Metro ist rasend schnell, das Busnetz dicht und oft befahren. Am Ende konnten wir uns so auf das Netz verlassen, dass wir einfach irgendwo hinfahren konnten und davon ausgegangen sind, dass dort schon ein Bus fahren wird, der uns wieder weiter brachte. Fahrpläne muss man hier selten lesen.

Den nächsten Vor- und Nachmittag verbrachten wir dann am Strand von Lantau Island, was sich zum Glück wie erwartet als wenig ereignisreich herausstellte.

Am Abend stand dann wieder etwas mehr Action auf dem Programm, wir wollten sehen, wie die Stadt denn bei Nacht aussieht. Dazu musste eine waghalsige Busfahrt ertragen werden (Der Busfahrer fährt die Strecke wohl öfters), bis wir auf auf dem 552m, sehr einfallreich benannten „The Peak“ standen. Für die Aussicht auf Kowloon und Hong Kong Island lohnte sich aber der Aufstieg:

Am Samstag waren wir dann mit einer Hong Konger Einwohnerin (Hong Kongse?) verabredet, die wir über Couchsurfing kennen gelernt hatten. Diese hatte uns zu einem kostenlosen Open-Air-Konzert in einem Hostel eingeladen. Winnie spricht etwas deutsch und will im Herbst Deutschland bereisen und so konnten wir uns etwas über unsere verschiedenen Kulturen unterhalten („You have very good grass in Germany, right? I think I will have a picnic all the time!“) während wir den sehr guten Bands zuhörten. Festzustellen ist, dass auch asiatische E-Gitarren-Nerds so aussehen wie europäische E-Gitarren-Nerds (schwarzes T-Shirt, Pferdschwanz, unvorteilhafte Brille).

Der letzte Tag galt dann wieder Hong Kong Island, wobei wir uns diesmal auf den Süden der Insel, sozusagen das Saint Tropez von Hong Kong konzentrierten, namentlich das Dorf Stanley. Nach einer erneut waghalsigen Busfahrt

erreichten wir die Strandpromenade und konnten die geparkten Yachten bewundern.

Zum Schluss, schließlich sind wir hier im Internet, etwas Catcontent von der Strandpromenade von Stanley:

Morgen fliegen wir dann auf die Philippinen, wo es vermutlich ähnliche Temperaturen haben wird wie hier, aber noch mehr Strand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.